Aktuelles Stand: 07.02.2018 

Wichtigste Änderungen im Wohnungs- und Gewerbebau:

Personensicherheit, Solaranlagen (Fotovoltaik), Laieninstallationen


Seit Einführung der neuen NIN 2010 gelten in Bezug auf die Personensicherheit verschärfte Vorschriften.

Achtung: Die NIN 2015 lst in Kraft getreten..

Auf dieser Seite werden laufend die wichtigsten Änderungen dargestellt. 

Personensicherheit:
Betrifft Anlagen die nach 1985 und bis 2000 geändert, saniert, umgebaut oder neu erstellt worden sind:
Die Fehlerstromschutzschaltung (FI) ist als zusätzliche Schutzmassnahme anzuwenden:
In Räumen mit Bade- und Duscheeinrichtungen sowie im Bereich von Schwimmbädern, für Steckdosen.
Für Steckdosen an der Aussenhaut eines Gebäudes, sowie für solche, die zum Anschluss transportabler Energieverbraucher im Freien dienen.

Betrifft Anlagen die nach 2000 geändert, saniert, umgebaut oder neu erstellt worden sind, gilt zusätzlich (verschärft):
Für Steckdosen im Innern von Gebäuden, die für transportable Energieverbraucher im Freien verwendet werden können, ist die die Fehlerstromschutzschaltung (FI) ist als zusätzliche Schutzmassnahme anzuwenden.

Das heisst: Früher war es nicht genau geregelt und gab Anlass zu Diskussionen, welche Steckdosen hinter FI angeschlossen sein müssen. Dies ist in der NIN 2000 klar abgefasst, alle Steckdosen an denen transportable Energieverbraucher im Freien eingesteckt werden, sind hinter FI anzuschliessen!

Es ist daher empfehlenswert wenn die gesamte Licht- und Steckdosen-Installation hinter FI angeschlossen werden. Allerdings ist dies nur möglich wenn die Installationen nach Nullung TN-S (getrennt geführte Neutral- und Schutzleiter) ausgeführt worden ist. Dies ist bei Gebäuden, die nach 1960 erstellt worden sind, kein Problem.

Betrifft Ausseninstallationen die nach dem 1. Juli 2005 geändert, saniert, umgebaut oder neu erstellt worden sind, gilt nun generell:
Die gesamte Installation muss zwingend hinter einem FI-Schalter angeschlossen werden, d.h. nicht nur die Steckdosen, sondern auch Schalter, Leuchten und alle Apparate. Dies kann Unterumständen problematisch werden, da die Isolationsfestigkeit der im Boden liegenden Leitungen und Abzweigdosen ungenügend sein kann. Dann kommt als Alternative nur ein Umbau zu einer Kleinspannungsanlage in Frage.
Dateigrösse ist ca. 79 KBBeiblatt zu Aussenbeleuchtung (ca. 120 KB)

Betrifft Badezimmer die nach dem 1. Juli 2005 geändert, saniert, umgebaut oder neu erstellt worden sind, gilt nun generell:
Die gesamte Installation muss zwingend hinter einem FI-Schalter angeschlossen werden, d.h. nicht nur die Steckdosen, sondern auch Schalter, Leuchten und alle Apparate. Einzige Ausnahme: Ist die Installation nach System 3 (in der Regel vor 1960 ohne Schutzleiter) erstellt worden, so darf eine Sicherheitssteckdose (SIDOS) mit eingebautem FI-Schalter angebracht werden, allfällige zusätzliche Steckdosen sind hinter der SIDOS anzuschliessen.
In der Schalterleitung muss ein Schutzleiter mitgeführt werden. Begründung: Wird per Zufall in die Leitung gebohrt, so wird ein Kurzschluss ausgelöst, im andern Falle könnte die Befestigung unter Spannung stehen!
Dateigrösse ist ca. 79 KB
Beiblatt zu Bade- und Duscheeinrichtungen (ca. 70KB)

Betrifft Installationen die nach dem 1. Januar 2010 mit max. Übergangszeit 1. Juli 2010
geändert, saniert, umgebaut oder neu erstellt worden sind, gilt nun generell:
Sämtliche Steckdosen bis und mit 32 Amperé Nennstromstärke die freizügig verwendbar sind (Für den Laien: alle ohne Werkzeug zugängliche Steckdosen) müssen zwingend hinter einem FI-Schalter angeschlossen werden

Ausnahme Landwirtschaft: Nach oben keine Beschränkung der Nennstromstärke, also alle Steckdosen.

Betrifft die Zeit nach dem  31. Dezember 2016 für die Steckdose Typ 12:
Dieser Steckdosentyp darf nach diesem Zeitpunkt nicht mehr verbaut werden. Wird ein solcher Typ ausgebaut, darf er nicht mehr eingesetzt werden und muss zwingend durch den Typ 13 oder Typ 23 ersetzt werden.


Solaranlagen (Fotovoltaik):  
Was muss beachtet werden, wenn eine Solaranlage erstellt wird? Hier können Sie Erläuterungen einsehen.


Frequenzgesteuerte Motoren (Filterableitströme):  
Landwirtschaft: Filterableitströme auf das Erdungssystem werden von den Tieren wahrgenommen. Trotz allen Bemühungen wie Potenzialausgleich und zusätzlichen Erdverbindungen können diese Ströme so nicht ablgeleitet werden.
Pumpen und Ventilationen: Das gleiche auch bei diesen Anlagen, die Filterströme können zu Lagerschäden führen weil diese Oberwellenpulsierungen das Lagerfett zerstören.
Rohrleitungen, Boiler, Wärmetauscher etc.: Das gleiche auch bei diesen Anlagen, die Filterströme können Chromstahl so beeinflussen dass die Leitungen oder Gehäuse zu Rosten beginnen.
Sie zweifeln? Dann fragen Sie einen Chemiker, er wird das im Detail erklären können.
Zu diesen Themen können Sie ein Dateigrösse ist ca. 79 KBBeispiel ansehen und ausdrucken.

Treppenhausbeleuchtung LED mit Minuterie und Bewegungsmelder:  
Beleuchtungssteuerungen "spinnen"! Der Bewegungsmelder macht was er will. Mal schaltet er ein, dann wieder nicht aus. Das gleiche bei der Minuterie. Das Problem besteht darin, dass die LED-Beleuchtungen (Retrofit-LED) zum Teil massive Oberwellen verursachen die den Bewegungmelder oder die Minuterie stören. Abhilfe schaffen nur zusätzlich verbaute Relais. Vom Taster resp. Bewegungsmelder wird ein Steuerrelais aktiviert. Dieses Steuerrelais wiederum aktiviert ein Lastrelais. Am Lastrelais werden die drei Schaltkontakte parallel miteinander verbunden. LED-Leuchten weisen je nach Hersteller Anlaufströme im Nanosekundenbereich von bis zum 800-fachen des Betriebsstromes auf!
Hier können Sie ein Dateigrösse ist ca. 79 KBSchema ansehen und ausdrucken.


Laieninstallationen:
Auszug aus der Niederspannungsinstallationsverordnung (NIV) vom 07.11.2001

4. Abschnitt: Installationsarbeiten ohne Bewilligung Art. 16 Absatz 2
 

Keine Installationsbewilligung benötigen Personen, die: 
a. Installationsarbeiten in von ihnen bewohnten Wohn- und zugehörigen Nebenräumen hinter Verbraucher-Überstromunterbrechern an einphasigen Lampen- und Steckdosenstromkreisen mit Fehlerstromschutzeinrichtungen für maximal b. Beleuchtungskörper und zugehörige Schalter (keine Steckdosen) in von ihnen bewohnten Wohn- und zugehörigen Nebenräumen montieren und demontieren. 

Art. 16 Absatz 3 
Elektrische Installationen nach Absatz 2 Buchstabe a müssen vom Inhaber einer Kontrollbewilligung kontrolliert werden. Die kontrollierende Person muss dem Eigentümer den Sicherheitsnachweis übergeben.

Der Sinn der Bestimmung kann an einem Beispiel (Auto) dargestellt werden:
Wenn Sie an Ihrem Auto die Bremsen reparieren, werden Sie sicher das Ganze am Schluss von einem Fachmann testen lassen. Oder führen Sie den Test z.B.. auf der Überholspur der Autobahn mit 120 Km/h, bei einer erzwungenen Vollbremsung aus? (Ist mir selbst passiert). Wenn Ihr Auto dabei eine Pirouette dreht und Sie im Graben landen, dann werden Sie sich bestimmt selber an der Nase nehmen, weil Sie die Reparatur nicht prüfen liessen. (Bei mir blieb das Auto auf der Spur. Autobahn A3 bei Horgen)


Bei Fragen wenden Sie sich vertrauensvoll an uns oder Ihren Elektroinstallateur. 

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